Joshua:

Ich stehe gerade vor diesem massiven Betonklotz, tonnenschwer und meterhoch. Dabei sollte ich meine Beine schnell in die Hände nehmen. Denn sie sind hinter mir her. Und wenn sie mich erst einmal haben, dann kann ich mich begraben.

Ich prüfe gerade die Lage. Das Blut beginnt in meinen Adern zu zirkulieren. Adrenalin mengt sich hinzu. Pusht mich. Ich verlagere meinen Oberkörper über den kritischen Punkt und ziehe die Luft tief ein. Und dann! Sprinte ich geradewegs auf die glatte Oberfläche der Betonmauer zu. Spanne meinen Körper an. In einem steilen Winkel stoße ich mich mit der einen Spitze des Schuhes ab. Drücke mich mit aller Kraft hoch, um meinen ganzen Körper aufwärts zu befördern. Nun mit dem anderen Fuß. Meine linke Hand hält den Abstand zur Mauer. Mit der Rechten versuche ich die Kante oben zu erreichen. Strecke mich so weit wie möglich durch. Mit den Fingerkuppen hänge ich daraufhin an der Mauernaht. Mit der linken Hand verstärke ich meinen Griff. Drücke meine Füße gegen die Mauer und schwinge mich seitlich hinauf. Alles in Sekundenschnelle.

Dann gleich weiter. Über die flache Ebene. Durchbreche eine zerschlagene Fensterluke. Lasse mich senkrecht in die Tiefe fallen und lande mit beiden Füßen auf den Betonboden. Federe ab. Rolle diagonal über die rechte Schulter und drücke mich mit einer Hand hoch. Sofort wieder auf den Beinen. Laufe weiter durch die Lagerhalle. Springe über das querlaufende Geländer. Beschleunige. Geradewegs auf die Stiegen zu.

Dann drehe ich mich zur Seite und springe schräg mit beiden Beinen vor dem Körper ab. Den linken Arm ziehe ich von oben nach unten und mit Schwung überschlage ich meinen ganzen Körper die gesamte Treppe hinunter. Komme am Ende der Stufen mit beiden Beinen kniefedernd auf. Umgehend durch das weit offen stehende Hallentor.

Zu schnell um abzubiegen. Deshalb jage ich geradewegs auf die Wand zu. Drücke mich mit den Fußballen ab. Ein Rückwärtssalto mit Flashkick. Komme auf beiden Beinen auf. Balanciere mich aus. Alsbald links über den Lagerplatz auf die nächste Fabrikhalle zu.

Da schießen sie schon um die Ecke und jagen hinter mir her. Höllenhunde. Gefährliche Typen mit spitzen Gesichtern und hervorstehenden dunklen Augen. Schnell auf die erste Ebene des an der Mauer entlang laufenden Gerüstes. Mit viel Schwung überwechseln auf die darüber liegende Plattform. Weiter zum nächsten Niveau. Stemme mich über die Mauernaht. Flugs über das ebene Hallendach und dann springe ich im vollen Anlauf ab. Ein weiterer Jump über den Maschendrahtzaun.

Ich komme auf dem Boden auf. Rolle mich ab, um an Energie zu verlieren. Nun verharre ich in meiner Position. Atme einmal kräftig durch. Dann drehe ich mich um und sehe frustrierte Gesichter hinter Gittern. Solch Augen starren zu mir herüber. Mein Mittelfinger verabschiedet sich von ihnen. Dann bin ich weg. Mit so einem Grinser. Und ich laufe den Bordstein entlang…

 

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